HomeTrawonienSpielerGalerieConsForumLinks
 
Willkommen! Anmelden Ein neues Profil erzeugen
Achenar Fähnlein Falkenbanner Kaotien Königsforum Neu Lyortis

Kerarwed Stadt - Nach der Belagerung

geschrieben von Tine 
avatar Kerarwed Stadt - Nach der Belagerung
22. April 2007 22:01
Hauptmann Jehan Pertsch fährt sich müde mit der Hand über die Stirn, die schwarz von Ruß und rot von Blut ist. Um ihn herum liegen Verletzte und Sterbende - zu viele, als dass sich die Heiler rechtzeitig um jeden kümmern könnten. Er hustet, als der Wind den Gestank von Rauch, verwesendem Fleisch und Fäulnis aus der Richtung der Stadt heranträgt. Am Fuße der Stadtmauern, gnädig von Morgennebelschwaden verdeckt, liegen Berge von Toten, zerbrochene Waffen und geborstenes Belagerungsgerät. Alles, was noch irgendwie lebte, hat man inzwischen hierher, in das in sicherer Entfernung liegende Lager gebracht. Viele haben noch nicht einmal mehr diesen Transport überlebt. Jehan ballt zornig die Fäuste. Die Dunklen hatten weitaus weniger Verluste. Kaum ein schwarz-grüner Wappenrock findet sich unter all den rot-weißen gelb-grünen und blau-gelben. Ganz zu schweigen von den vielen Toten in ziviler Kleidung. Die eigenen Leute hatte man zum zweiten Mal erschlagen, als sie sich, von unheiliger Magie verhext, wieder von den Toten erhoben und gegen die trawonischen Truppen gewandt hatten. Soldaten, einfache Bürger, Frauen und sogar Kinder waren mit leeren Augen in den verschiedensten Stadien der Verwesung über seine Leute hergefallen. Seit dem Morgen war es allerdings ruhig geworden - ruhiger als an all den anderen Morgen in diesem langen Krieg. Die Angriffe heute Nacht waren die schwersten gewesen, die Jehan seit langem erlebt hatte. Ein mächtiges Aufbäumen, das nun in gespenstische Stille umgeschlagen war. Der Hauptmann stützt sich erschöpft auf die Reste eines Katapultes. Von hier aus kann man das Stadttor erkennen, das schief in den Angeln hängt. Zwischen den beiden Türflügeln zeigt sich ein schmaler Spalt. Ein nicht allzugroßer Mann müsste sich dort durchdrücken können, aber wer würde schon so verrückt sein? Hin und wieder ist hinter dem Tor Bewegung zu erkennen. Auf den Mauern patroullieren einige Wächter - ehemalige Bürger der Stadt, nun schwerfällig tapsende, grauenhaft anzusehende Untote. Jehan weiß aus eigener Erfahrung, dass diese scheinbare Unbeholfenheit trügerisch ist. Diese ... Dinge kennen keine Erschöpfung, keinen Schmerz; nur einen alles verzehrenden Hunger nach Leben und Blut. Während er noch zur Stadt hinübersieht, bemerkt er auf einmal, dass zwei der untoten Wächter plötzlich schwanken und in die Knie brechen. Einer davon stürzt über die Brüstung und bleibt regungslos auf der darunterliegenden Bastei liegen. Der Hauptmann reibt sich ungläubig die Augen. Ein Hirngespinst? Doch schon wieder sieht er einen Wächter zusammensacken. Wenige Minuten später ist auf den Zinnen der Stadt keine Bewegung mehr festzustellen. Jehan greift sich einen Trommelbuben mit schmuddeligem Kopfverband, der gerade einem Heiler einen Korb Verbände gebracht hat. "He, Junge! Lauf so schnell du kannst zu Oberst von Weidenthal. Sag ihm, dass in der Stadt etwas Merkwürdiges vorgeht. Ich komme sofort nach." Der Junge hastet davon und Jehan macht sich ebenfalls, wenn auch langsamer, in Richtung Stabszelt auf.
Er trifft dort Oberst von Weidenthal an, der gerade einen Becher heißen Tees umklammert hält. Der Oberst hat tiefe Ringe unter den Augen und eine frische Naht zieht sich vom rechten Ohr bis zum Kinn hinunter. Terkon Alibandus, der Heiler, packt gerade seine Sachen zusammen und verlässt schweigend das Zelt. "Was gibt's, Hauptmann?" wendet sich von Weidenthal an Jehan. "Vor wenigen Minuten sind die Wachen auf den Stadtmauern umgekippt, Herr Oberst. Einfach so. Es wurde von unserer Seite kein Zauber gewirkt, kein Pfeil abgeschossen. Sie sind einfach zusammengebrochen und bisher wurden sie auch nicht ersetzt. Auf den Mauern bewegt sich nichts mehr." Der Oberst kneift die Augen zusammen. "Hmmm, das ist in der Tat merkwürdig. Wir werden die Stadt zunächst genau beobachten. Stellt euch in der Zwischenzeit einen Trupp Freiwilliger zusammen. Sie sollen sich, falls die Lage so bleibt, der Stadt nähern und vielleicht sogar das Innere auskundschaften. Sorgt dafür, dass sie alles an Ausrüstung erhalten, das ihnen vielleicht nützlich sein könnte. Natürlich werden sie für ihren Einsatz belohnt werden." Hauptmann Pertsch nickt, grüßt und verlässt das Zelt. "Wo soll ich denn diese Freiwilligen hernehmen?", grübelt er. "So wahnsinnig kann doch gar keiner sein."
In seinem Lagerabschnitt angekommen, lässt er seine Leute zusammentrommeln. Schnell sind seine Leute angetreten, von dem Bild des strahlenden Helden sind sie allerdings weit entfernt. Die Wappenröcke sind verschmutzt und vielfach zerrissen, die Rüstungen verbeult, Kettenringe gesprengt. Am schlimmsten sind die Gesichter: Grau und von den Anstrengungen der letzten Monate gezeichnet. Doch trotz allem stehen sie hoch aufgerichtet in Reih und Glied. Sie zeigen einen Stolz, den weder Schmutz noch Leid zu brechen im Stande sind. Jehans Augen leuchten, als er den Blick über seine Männer und Frauen schweifen lässt, an denen sich die Dunklen die Zähne ausbeißen werden.
"Soldaten!", schmettert er, "Oberst von Weidenthal sucht Freiwillige, die die Stadt genauer in Augenschein nehmen sollen. Die Wachen auf den Wällen sind seit einiger Zeit nicht mehr auf Posten und es scheint sich keine Maus mehr dort zu bewegen. Wer meldet sich für dieses Kommando?"



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 28.04.07 03:03.
Re: Kerarwed Stadt - Nach der Belagerung
23. April 2007 13:58
Eine alte Priesterin schwer auf ihren Stock gestützt doch mit hell leuchtenden Augen, tritt ein paar Schritte vor und meldet sich mit rauher Stimme. "Mein Haus ist geordnet mein Frieden ist gemacht, ich Sistra Donata will dort hinübergehen und das Licht Bahamuts in die Totenstadt bringen." Sie nickt und umklammert fest entschlossen ihren Stab.
avatar Re: Kerarwed Stadt - Nach der Belagerung
23. April 2007 15:56
Hauptmann Pertsch nickt ihr dankend zu. "Sonst noch jemand, der in Bahamuths Namen diese schwere Aufgabe auf sich nehmen will?"
Re: Kerarwed Stadt - Nach der Belagerung
23. April 2007 20:24
Es ist schon erstaunlich, wie unauffällig stolz dreinschauhende Helden schauen können. Den Tod fürchten sie auch nicht. Die letzten Wochen hat jeder einzelne das vielfach unter Beweis gestellt.
Der Feldwebel Kamar, dessen eigene Frau mit seinem Sohn wankend auf ihn zukamen, tote,leere Augen, nur getrieben von der Gier nach Blut...
Er erschlug sie eigenhändig.

Nein. Den Tod fürchten diese wackeren Kämpfer nicht. Es gibt viel schlimmeres.
Die Priester sagen ja, nach dem Tod darf die erleuchtete Seele in die goldene Stadt, aber was sie jeden Tag sehen mussten, das Gerede der Priester klingt manchmal nur wie Hohn. Was ist, wenn sie sich irren? Warum läßt Bahamuth sowas grausames zu? Was, wenn sie selbst dieser schwarzen Brut anheim fallen?

Plötzlich ertönt aus den hinteren Reihen die Stimme eines Knaben.

"Ich werde dich begleiten Sistra. Meine ELtern habe ich seit Wochen nicht mehr gesehen. Hier hält mich nichts mehr."
Seine Haare sind lang und schmutzig, und in seinem jungen Gesicht scheinen sich erste Bartstoppeln abzuzeichnen, gut versteckt von den vielen Pickeln.

Sein Körper scheint im wesentlichen aus Knien zu bestehen, so eckig wie er sich bewegt.

Ein Raunen geht durch die Reihen der Krieger. Dieser Milchbub? Kaum als Mann zu bezeichnen... und so viele Knie sein Körper zu haben scheint, so scheint auch sein Geist nicht ganz bei Trost zu sein...
avatar Re: Kerarwed Stadt - Nach der Belagerung
23. April 2007 20:34
Jehan blickt ihn skeptisch an. "Wie heißt du, Junge?" Und an seine übrigen Leute gewandt ruft er: "Und? Wollt ihr da zurückstehen? Sogar unsere Knaben sind bereit mit gefährlichem Auftrag ihr Leben für Trawonien zu riskieren. Soll euch dieser Jungspund beschämen?" Forsch klingt seine Stimme und sein Gesicht strahlt Zuversicht aus. In seinem Inneren jedoch krampft sich alles zusammen. Brave Männer und Frauen in den fast sicheren Tod schicken? Bahamuth verlangt wirklich viel von ihnen in diesen Tagen.
Re: Kerarwed Stadt - Nach der Belagerung
23. April 2007 20:44
"Ich bin Turog. Der jüngste Sohn von Alrond. Meine Brüder habe ich fallen sehen. Einen in seiner prächtigen Rüstung, den anderen mit einer Mistgabel bewaffnet. Mein Vater hat immer gesagt, Bahamuth wird über den seinen das Licht leuchten lassen! Sagt Hauptmann, was habe ich hier noch zu verlieren? Deine Soldaten haben Frauen und Kinder. Die wollen sie bestimmt lebendig wieder sehen, so sie noch leben."

Jehan stutzt. Soviel Geist würde man in dem Knaben gar nicht vermuten. Sein äußeres würde eher auf einen etwas nicht ganz hellen Verstand schließen lassen. Dennoch strahlt der Junge mehr aus als Verzweiflung. Die Entschlossenheit und Zuversicht lassen seine wachen Augen geradezu leuchten.
avatar Re: Kerarwed Stadt - Nach der Belagerung
23. April 2007 22:52
Ein recht junger Soldat der trawonischen Armee hebt müde seinen Arm und spricht mit fester Stimme: "Sendal Obenhus meldet sich freiweillig um die Spuren der Verfehmten aus der Stadt zu tilgen." Er zieht seinen Umhang fest um die Schultern und rückt den zerschnittenen Waffenrock zurecht.

Jehan nickt ihm zu und ein leichtes Lächeln schleicht sich auf seine Lippen.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 23.04.07 22:55.
avatar Re: Kerarwed Stadt - Nach der Belagerung
24. April 2007 00:26
"Und auch ich werde gehen!", ertönt eine volle, tiefe Stimme. Eine Gestalt in weißer Robe drängt sich durch die Reihen. Der Saum des ehemals weißen, mit silbernen arkanen Symbolen bestickten Gewandes ist dunkelbraun von Schlamm und geronnenem Blut. Ein grobknochiges Gesicht, etwas spitznasig und zu langgezogen um schön zu sein, blickt aus der mit Brandflecken übersähten Gugel hervor. Die Frau hält einen silbernen Stab, der von blauen, pulsierenden Adern durchzogen ist, in der Rechten. "Elisandra Merelond von den Lanzen zu Eglin, zu Euren Diensten. Ich gehöre zwar nicht zu eurem Zug, würde mich aber trotzdem gerne anschließen."
Hauptmann Jehan blickt die Gestalt an und nicht bedächtig. "Gerne nimmt Oberst von Weidenthal Euer Angebot an, Ehrwürdige."
Die Magierin verneigt sich kurz und tritt zu den anderen Freiwilligen.
Jehan strafft seine Gestalt erneut und blickt in die Runde. "Ist sonst noch jemand bereit sich dieser Gruppe anzuschließen?"



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 24.04.07 00:27.
Re: Kerarwed Stadt - Nach der Belagerung
25. April 2007 13:09
Ein weiterer Mann gesellt sich zögerlich zu dem kleinen Trupp Freiwilliger. Er dürfte etwa dreißig Winter erlebt haben. Auch sein Waffenrock ist zerschlissen und befleckt. In der rechten Hand hält er ein schartiges Schwert. "Meine Name ist Vinzent Eschenfelder", sagt er mit müder Stimme. "Soldat aus Lichtenmeer in Terwan. Ich möchte bitte auch mitkommen." Sein Blick geht zu Boden. Die linke Hand ist zu einer Faust geschlossen, seine schmutzigen Finger umklammern offenbar einen kleinen Gegenstand.
avatar Auftritt eines Helden
26. April 2007 19:55
"Ja hoppla, hab ich was verpasst?" - Ein schlecht rasierter Mann tritt hinter einem Zelt hervor, richtet seinen Hosengürtel und blickt in die Runde. Der Waibel schnauzt ihn an: "Siggi, einmal wenn Du auftauchen könntest wie ein anständiger Soldat. Nur EINMAL! Der Oberst sucht Freiwillige, die als erstes in die Stadt gehen." Siggi wischt sich mit der Hand durch den Nacken "Na, da bin ich doch dabei." Er macht drei Schritte zu einem Haufen, der im Schlamm liegt, und packt einen ausgebleichten schwarzen Rucksack. Offenbar hat er vorher dem Feind gehört, prangt doch in kräftigem Schwarz der Umriss des Dreiecks Barghaans auf der Rückseite. Er hängt sich einen Waffengurt über die Schulter, wirft sich einen Helm schief auf den Kopf und meint "Wann gehts los? Und wer hat eigentlich das Kommando?"
Autor:

Deine Emailadresse:


Thema:


Spam prevention:
Please, solve the mathematical question and enter the answer in the input field below. This is for blocking bots that try to post this form automatically.
Question: how much is 12 plus 9?
Nachricht:

Erweiterte Suche