Mechthilde wurde im Jahre 480 als ältestes Kind von Freiherrn von Thurgau geboren.

Das Lehen Thurgau liegt nördlich des Flüsschens Walpaar (flößbar nicht schiffbar, West-Ost-Richtung, recht warmes Klima)in der Baronie Scheyn in Aquilda, wo an den sonnigen schieferhaltigen Südhängen guter Wein gedeiht. Die hügelige Hochebene dahinter eignet sich besonders gut für Obstgärten und Schafzucht. Im knapp bemessenen Schwemmland des Flusses gedeiht Getreide und Gemüse. Das Städtchen Winzer ist durch eine befestigte Strasse, die flußabwärts gen Osten verläuft und für die die Familie Thurgau Wegezoll erhebt, zu erreichen. Diese Strasse durchquert den Ort und mündet auf einer Holzbrücke über den Fluß.

Durch den Verkauf von Wein, Obst und Schieferplatten hatte es die Familie zu bescheidenem Wohlstand gebracht. Dieser hätte größer sein können, doch leider gab es den Freiherrn Müller-Eichelberg, dem das Lehen auf der anderen Flussseite gehörte.

Dieser besaß die Brücke, die Winzer und das Städtchen Hardt verband und den Weg in Richtung Osten freigab; und er verlangte Brückenzoll. Da auf seinen steilen Nordhängen nur Eichenwälder und karge Wiesen gediehen, hatte er aus der Not eine Tugend gemacht. Er beweidete die Wiesen mit Ziegen, die einen weitbekannten Käse lieferten, betrieb eine Zucht für Kaltblüter, um die Eichenstämme aus dem schwierigen Gelände transportieren zu können, und eine Mühle, die hauptsächlich das Getreide der Nachbarn mahlte. Einmal im Monat hielt er einen Markt ab.

Freiherr Müller-Eichelberg kassierte den Freiherrn von Thurgau ab, wo er nur konnte, und dieser rächte sich auf die gleiche Weise. Brückenzoll gegen Wegezoll, Müllerlohn gegen Getreide, Eichenfässer gegen Wein, Pferde gegen Schiefer und vieles mehr.

Als Mechthilde gerade 6 Jahre und der Sohn von Freiherr Müller-Eichelberg, Eberhart, 11 Jahre alt waren, wurde es den Vätern zu dumm. Sie beschlossen durch eine Heirat die beiden Lehen zu verbinden, um ein funktionierendes Ganzes zu schaffen. Aber die beiden waren sehr misstrauisch. In den folgenden 10 Jahren setzten sie einen Vertrag auf, der alles bis ins kleinste regelte. Damit nachträglich nichts mehr abgeändert werden konnte, wussten sich nur den einen Rat, dass das Ehepaar am Tag der Trauung beide Ländereien als Mitgift erhalten möge. Ferner wurde dieser Vertrag auch dem Lehnsherren zur Unterschrift vorgelegt, damit auch dieser die Zusammenlegung und den Übergang an die nächste Generation bestätige.

Im Jahre 496, also als Mechthilde 16 Jahre alt war, wurde sie mit dem 21jährigen Eberhart verheiratet. Als gemeinsamer Familienname wurde Freiherr von Müller-Thurgau gewählt und das neue gemeinsame Familienwappen eingeführt. Zur Feier des großen Ereignisses benannte Mechthildes Vater die neue Rebsortenzüchtung, die dieses Jahr erstmals Früchte trug, genauso: Müller-Thurgau.

Die beiden vertrugen sich recht gut. Da Mechthilde Eberhart noch viel zu kindisch war, beschäftigte dieser sich viel mit Waffenkunde und Kampftechnik, er war ja noch Knappe bei Ritterin Kunigund von Lichtensteig. In den folgenden Jahren sahen sich die beiden selten, Mechthilde begann sich für Land-, besonders Weinwirtschaft und Handel zu interessieren, focht kleinere Machtkämpfe mit den Verwaltern und den beiden Vätern aus, und gemeinsam brachten sie das Lehen zu erheblichen Wohlstand, nun da die lästigen Hemmnisse und Gebühren aufgehoben waren, bzw. in die eigene Tasche flossen.
Mit der Zeit sicherte Mechthilde die Position des jungen Ehepaars gegenüber der Verwandtschaft.

Eberhart hingegen wurde ein guter, passionierter Kämpfer, der sich bei seinen Ritter und später auch bei seinem Lehnsherrn und sogar dem Herzog einen guten Ruf erstritt. Dies brachte ihm die Ehre ein, in vielen Gefechten eine führende Rolle zu übernehmen.

Sei es durch die langen Abwesenheiten Eberharts oder durch seine zahlreichen Kriegsverletzungen, die Ehe der beiden blieb kinderlos.

Vor ein paar Jahren wurde Eberhart plötzlich und unerklärlich an die Ostgrenzen des Reiches geschickt, für eine Mission, bei der keine reelle Chance auf Erfolg bestand. Er hielt sich dort einige Jahre tapfer, bis schließlich vor einem Jahr die Übermacht der Feinde zu groß wurde. Der Posten Eberharts wurde überrannt und alle Männer getötet oder schlimmeres.

Vor wenigen Wochen erhielt Mechthilde einen anonymen Brief, in dem von einer Intrige die Rede war, wonach unter Beteiligung eines gewissen Barons von Rabeneck und seiner Schergen, ihr Mann an höherer Stelle derart in Verruf geraten war, dass Eberhart mit diesem Himmelfahrtskommando betraut wurde, und keine Chance erhielt sich zu rechtfertigen. Sogar nach dem Tode Rabenecks, vor ein paar Jahren, wurde er nicht wieder zurückberufen.

Ebenso erfuhr sie davon, dass ihr Onkel Gunther von Bahra, Akten über diverse Vergehen gegen das Reich besäße, die ihr bei weiteren Nachforschungen hilfreich sein könnten.

Sie übergab die Verwaltung ihres Lehens an fähige Leute, wie Ihre Schwägerin und den langjährigen Castellan, schrieb einen Brief an Gunther von Bahra und vereinbarte einen Besuch.


Das Wappen:

Grundfarbe: grün
Ein blauer, goldeingefaßter Balken verläuft waagerecht, mittig
Oben goldene Weinrebe mit 2 Blättern (symmetrisch) auf grün
Unten halbes goldenes Mühlrad auf grün

Lehensherr:
Baron Richmuth zu Scheyn

Halte die Lehenszusammenlegung und die Erbeneinsetzung für fraglich, aber sonst OK. Tobias Kremer

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