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Chronik des Ordens der Gerechtigkeit


Das Jahr 1299 im Namen Bahamuths

12. Mai

Die Herrschaft Knig Kahains I wird immer unertrglicher. Der einst so feste Glaube der Trawonier an Bahamuth ist schon fast erloschen. Nur wenige konnten sich den Willen bewahren ihrer eigenen berzeugung zu folgen und das Gedankengut Bargaahns ablehnen. Seit der Krnung Kahains I vor fast einhundertundneunundsechzig Jahren hat sich Trawonien verndert. Das Volk scheint wie in einer Trance zu leben. Anscheinend hat Kahain es sich zum Ziel gemacht, den Glauben an Bahamuth endgltig auszulschen und um dieses zu erreichen ist ihm jedes Mittel recht. Der Frieden mit den Chaoslanden war ein erfreuliches, wenn auch unerwartetes Ereignis, doch fragen wir uns, sind dies die Bedingungen, die Kahain damals eingehen musste um ihn zu erreichen.

Vielleicht hat ihn der Kontakt zu den Chaoslanden verblendet, vielleicht hat sich die Finsternis in seinem Herz ausgebreitet und seine Sinne vernebelt.

Vielleicht war der Preis des Friedens unsere Freiheit.

15. Juni

Das Vorgehen Kahains gegen den Orden des Schwertes, dessen Geschichte einst eng mit der der Knigsfamilie verknpft war, lsst den Ernst der Lage erahnen. Der Bahamuth treue Orden wrde es nicht zulassen, dass die letzten Bastionen des Glaubens an Bahamuth in Trawonien untergehen. Wenn man auf den Angriff des Ordens des Schwertes auf Aquilon zurckblickt, knnte man meinen sie htten die Zukunft vorrausgesehen. Damals htte man das Land noch vor den Einflssen Bargaahns schtzen knnen, indem man Kahain und diese Beraterin, die Elfe Askahal, vom Thron gestrzt htte.

Hoffentlich ist es heute noch nicht zu spt dazu.

24. Juli

Nach einem Aufruf meines Herren, dem Duke of Faldena, Henry Merrisworth, haben sich einige adelige Trawoniens in seinem Landhaus westlich von Faldena eingefunden, um ber die Zukunft des Reiches zu diskutieren.

25. Juli

Die Verhandlungen haben uns eins erkennen lassen: die Zeit drngt, denn Kahains Willkr nimmt berhand. Wenn nicht bald etwas getan wird, wird das Schicksal Trawoniens fr immer besiegelt sein. Mein Herr hat heute sein wahres Anliegen offenbart. Er mchte einen Orden grnden, den Orden der Gerechtigkeit. Er hat sich den Orden der Achenar als Vorbild genommen, doch hat er eine andere Auslegung ihrer Aufgabe. Whrend Achenar eine Lsung auf dem diplomatischen Weg versucht, soll der Orden der Gerechtigkeit dies mit dem Schwerte tun. Finsternis kann nicht ohne dem Licht existieren, genausowenig wie das Licht ohne Finstenis sein kann. Sein Ziel ist es, Trawonien zu befreien, die Herrschaft Kahains zu beenden und dem Volk die Freiheit zurckzubringen. Aus diesem Grund, sagt er, wird der Orden niemals den dunklen Limes berschreiten um die Finsternis auf ihrem eigenen Boden zu bekmpfen. Der Arwed soll auf ewig die Grenze zwischen Trawonien und den Chaoslanden sein.

26. Juli

Ein Problem hat sich ergeben: einige der adeligen sind von den Ansichten Merrisworths nicht berzeugt und haben des Nachts das Anwesen berstrzt verlassen. Es ist nicht auszuschliessen, das sie uns verraten werden. Wir sind hier nicht mehr sicher.

12. August

Wir sind jetzt fast zwei Wochen auf der Flucht in Richtung Westen. Nachdem uns zugetragen wurde, das das Anwesen meines Herren bis auf die Grundfeste niedergebrannt ist, knnen wir davon ausgehen, das wir innerhalb der Grenzen Trawoniens nicht mehr sicher sind. Einige Vertraute meines Herren haben uns bisher auf unserer Reise untersttzt und beherbergt. Jedoch zhlen wir momentan gerade einmal sechsunddreissig Mnner und noch einmal halb so viele Frauen. Auch einige Kinder befinden sich unter uns.

Erst gestern haben wir die Grenze Faldens nach Rathon berquert und es ist ein Wunder, das die Hscher Kahains uns noch nicht entdeckt haben. Ab und zu schliessen sich uns Mnner aus den Drfern an, die von unserer Aufgabe berzeugt werden konnten.

22. Oktober

Endlich haben wir die Grenze Murachs erreicht und wir knnen wieder aufatmen. Die letzten Wochen waren fr uns alle sehr hart und einige haben es nicht geschafft. Wir zhlen zwar mittlerweile einundfnzig kampffhige Mnner, doch ist das nur noch die Hlfte der Leute, die wir hatten, bevor wir den letzten Grenzposten zu berqueren suchten. Die anderen hatten sich bereiterklrt die Grenzwachen in einen Kampf zu verwickeln, damit die Frauen und Kinder und auch wir anderen unbehelligt vorbeiziehen konnten. Mge Bahamuth ihrer Seele gndig sein, wir verdanken ihnen soviel.

23. Oktober

Henry Merrisworth hat heute im Morgengrauen einen Gedenkgottesdienst fr die Gefallenen gehalten. Keiner von ihnen ist zu uns zurckgekehrt.


Das Jahr 1300 im Namen Bahamuths

2. Januar

Nach zwei beschwerlichen Monaten haben wir die Grenze Ronins erreicht. Mein Herr, Henry Merrisworth, ist eskortiert von einer kleinen Gruppe von Roninschen Grenzwachen in das Landesinnere vorausgeritten um unser Anliegen vorzutragen.

15. Januar

Das Anwesen, das wir heute morgen erreicht haben gehrt einem Verwandten der Roninschen Adelsfamilie. Er weiss von den Grausamkeiten, die Kahain I in Trawonien begeht. Der Knig Ronins hat schon vor Jahren Abstand von der Politik Kahains genommen und seine Ostgrenzen verstrkt. Er ist hocherfreut, endlich einmal wieder Berichte aus Trawonien zu vernehmen, denn Ronin und Trawonien waren einst enge Handelspartner und Verbndete. Der Knig sah es nicht gern, dass sich Trawonien so sehr den Chaoslanden angenhert hatte.

Dem Vorbild Xanadiens folgend, unterbreitete er uns ein Angebot im Namen der Krone: wir erhalten einen kleinen Landstrich nahe der Ostgrenze Ronins zum Lehen. Als Gegenleistung sollen wir ihnen bei der Verteidigung des Landes zur Seite stehen und Trawonien von der dunklen Herrschaft befreien.

2. Februar

Wir haben das Lehen und die darauf geplante Feste Arwed genannt. Dies soll uns daran erinnern, was fr ein Ziel wir haben, nmlich das Land bis an das Ufer des Arwed zu befreien.

Leute wurden ausgeschickt um in den umliegenden Dorfern nach neuen Rekruten Ausschau zu halten und um den Bau der Feste zu beginnen.




Das Jahr 1302 im Namen Bahamuths

12. Januar

Wenn man auf die letzten beiden Jahre zurckblickt, kann man nur sagen, wir haben Fortschritte gemacht. Der Orden zhlt nahezu fnfhundert Krieger und Ritter, die bereit sind, im Namen der Gerechtigkeit zu streiten. Die Feste Arwed ist noch immer nicht fertiggestellt und die Zeltsiedlung die an seinem Rande errichtet wurde, nimmt immer grssere Ausmasse an. Und ein weiterer Denkwrdiger Augenblick hat sich ereignet. Henry Merrisworth wurde vor einigen Wochen von einer Vision heimgesucht. Was er durch sie erfuhr, weiss niemand. Jedoch begab er sich auf eine Expedition und als wir schon dachten, er wrde nicht mehr zu uns zurckkehren, war er auf einmal mitten unter uns. Auf seiner Waffenrock prangte ein Zeichen wahrer Gerechtigkeit: die Waage.

Woher er diesen bekommen habe wollte er uns nicht mitteilen. Die Priester unseres Ordens hatten sich mit ihm zurckgezogen und nach mehrstndigen Gesprchen riefen sie eine Versammlung ein. Lange Rede kurzer Sinn, sie haben ihn zum ersten Paladin des Ordens der Gerechtigkeit ernannt. Bahamuth ist mit uns.




Das Jahr 1305 im Namen Bahamuths

1. November

Es ist vollbracht. Die Feste Arwed ist vollendet. Inzwischen ist der Orden sehr stark angewachsen. Rekruten aus Ronin und Daragesch sind in den letzten Monaten immer zahlreicher zu uns gestossen. Auch einige Flchtlinge aus Trawonien haben sich hier eingefunden und haben uns Neuigkeiten aus der Heimat mitgebracht. Kahain ist heute seit 175 Jahren im Amt. Das Volk scheint einfach nicht zu begreifen, dass ein Herrscher nicht so lange leben kann ohne einen Pakt mit der Finsternis eingegangen zu sein. Trotz allem, der Glaube an Bahamuth ist fast erloschen. Viele unserer Ritter sind der Meinung, dass die Zeit uns davon rennt.



15. Dezember

Der Winter ist in diesem Jahr sehr spt hereingebrochen. Dar aber um so heftiger. Die Zeltstadt um die Feste Arwed gleicht einer Geisterstadt. Die meisten dort Lebenden haben sich in die schtzenden Mauern der Feste zurckgezogen um dort an grossen Lagerfeuern, die Klte von sich fernzuhalten.

Auch um die Gesundheit unserer Leute ist es nicht gut bestellt. Es gab bereits die ersten Toten. Ausserdem werden die Vorrte hchstens bis zum Februar ausreichen. Sollte bis dahin nicht der Schnee zu schmelzen beginnen, knnen wir keinen Nachschub besorgen. Mge Bahamuths Auge seine wrmenden Strahlen bald wieder auf uns richten.

Noch immer gibt es keine Neuigkeiten aus Trawonien.

Das Jahr 1306 im Namen Bahamuths

15. Februar

Sind dies die ersten Anzeichen, das wir die Gunst unseres Herren Bahamuth verlieren werden? Noch immer ist kein Ende des Winters abzusehen und unsere Vorrte sind langsam vollstndig verbraucht. Sollte nicht bald ein Wunder geschehen, werden wir in diesem Jahr noch mehr Tote zu beklagen haben. Bahamuth steh uns bei.




23. April

Ich habe lange Zeit keinen Eintrag mehr schreiben knnen, da ich die letzten Wochen selbst von der Klte dahingerafft worden bin, doch jetzt bin ich wieder in der Lage eine Gute Nachricht niederzuschreiben. Der Frhling hlt endlich Einzug in unseren Landen. Nach den ertragenen Leiden der letzten Monate, ist den Menschen ihre Erleichterung in den Gesichtern deutlich anzusehen. Sie freuen sich, dass sie die Gnade Bahamuths erfuhren um dieses Erwachen der Natur noch erleben zu drfen. Viele von uns haben diese Gnade jedoch nicht erfahren. Mge Bahamuth ihren Seelen den Weg in die goldene Stadt ebnen und ihnen den ewigen Frieden des Lichtes gewhren.




Das Jahr 1307 im Namen Bahamuths

12. Januar

Der Winter traf uns in diesem Jahr nicht unvorbereitet. Unsere Vorratskammern sind gefllt, die Zeltstadt wurde Wintersicher gemacht und wir gehen frohen Mutes dem Frhling entgegen.




23. Juni

Sir Henry hat sich heute morgen an die Ritter und Krieger des Ordens gewandt. Er ordnete an, unsere Ausbildung zu intensivieren und Schlachtbungen durchzufhren. Fernerhin sollen lngere Mrsche abgehalten werden und der Auf- und Abbau von Feldlagern trainiert werden. Es scheint als wre es bald soweit...


Das Jahr 1308 im Namen Bahamuths

1. Mrz

Nach Monaten des Trainings und nach einem weiteren harten Winter, hat heute der Erste Paladin des Ordens der Gerechtigkeit, Sir Henry Merrysworth, eine Generalmobilmachung des Ordens angeordnet. Sptestens am 15. Tage dieses Monats wird der Orden die Feste Arwed verlassen und gen Osten ziehen.

15. Mrz

Wir haben nur eine Ausbildungskompanie von rund hundert Mann auf der Feste Arwed zurckgelassen. Unsere Familien werden ebenfalls zurckbleiben und unsere Rckkehr erwarten. Ich hoffe, das sie wenigstens sicher sind, denn wir werden es bestimmt nicht sein.

5. Mai

Wir haben die Grenze Ronins vor einer Woche hinter uns gelassen und befinden uns nun in Murach. Seltsamerweise, knnen wir seit der heutigen Mitternachtsstunde ein dumpfes Schlagen vernehmen. Unsere Scouts berichten uns jedoch, dass sich niemand in unserer Nhe befindet.

6. Mai

Zur Mitternachtsstunde ist das Gerusch verstummt. Bei Bahamuth ich wnschte ich wsste was das war, dann knnte ich jetzt in Frieden schlafen.

25. August

Wir haben uns sehr langsam bewegt, da wir verhindern wollen zu frh entdeckt zu werden. Unsere Scouts reisen meist einen halben Tag vor uns, doch unsere Meldeketten sind sehr effektiv. So konnten wir bisher verhindern auf grssere Trupps von Menschen zu treffen. Noch wenige Tage, und wir werden die Grenzschlucht von Murach zu Trawonien, genauer gesagt Kalen erreichen.

3. September

Wir haben die Schlucht erreicht. Sie erstreckt sich auf rund Hundert Meilen und ist an ihrer breitesten Stelle bestimmt fnf Meilen breit. Bleibt noch zu erwhnen, das sie mehrere Hundert Meter tief ist.


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